Eigentlich wollten wir heute nach Kingstown fahren und uns zum einen mal die Stadt anschauen und zum anderen die Chance nutzen, die ein oder andere Sache zu kaufen, die wir ansonsten erst wieder in Martinique bekommen können. Dann kam heute Morgen die Idee auf, dass wir heute auch schon wieder nach Bequia segeln könnten und plötzlich erschien es uns wenig erquicklich, uns während der stark steigenden Zahlen „ins Großstadt-getümmel“ zu stürzen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Also baute Steffen heute Vormittag die Wasserpumpe wieder ein (jippieh, sie ist dicht!) und wir machten uns nach dem Mittagessen wieder auf den Weg nach Bequia. Wir verließen dabei unseren Nachbarn- einen großen Katamaran, dessen Eigner All-inclusive Urlaube auf ihm anbieten. Wir waren mal wieder neugierig und schauten auf der Website, was der Spaß kostet: 12.000 US-Dollar pro Woche bei einer Belegung mit zwei Personen!
Die Überfahrt hat sehr viel Spaß gemacht- wir hatten zur Sicherheit das Großsegel im 2. Reff, weil recht viel Wind angesagt war. Vermutlich hätten wir auch noch gut im 1. Reff fahren können, aber wir kamen auch so mit 5-7 Knoten ganz ordentlich voran. Ein großer Unterschied zwischen einem Katamaran und einem Einrumpfboot besteht darin, dass man beim Letzteren schnell merkt, wenn man das Segel verkleinern muss- nämlich spätestens dann, wenn es so schräg im Wasser liegt, dass dieses dauerhaft über die Rehling steigt. Beim Katamaran gibt es diesen Punkt nicht- er fährt und fährt und wenn zu viel Wind im Segel ist, fällt er einfach um (oder der Mast bricht). Deshalb gibt es für jeden Katamaran Tabellen, in denen genau aufgelistet ist, bei welcher Windstärke man reffen sollte. Wobei „für jeden“ leider nicht ganz stimmt- für unsere Tweeny haben wir eben diese Liste bisher noch nicht gefunden und entsprechende Anfragen an den Hersteller blieben bisher unbeantwortet. Deshalb orientieren wir uns an vergleichbaren Katamaranen und verkleinern im Zweifel lieber etwas früher als zu spät.
In Bequia ankern wir wieder an „unserem“ Ankerplatz in der „Lower Bay“ und haben sie erneut für uns alleine. Ein wenig fühlen wir uns in die Situation vor drei Wochen zurück versetzt, wobei wir die Insel nach den Erfahrungen der letzten Wochen mit ganz anderen Augen sehen. Hier gibt es auch in dieser Zeit einige Touristen und der Ort ist mit seiner Infrastruktur auch ganz klar darauf eingestellt und ausgerichtet. Es gibt sehr viele Restaurants und kleine Hotels, die allerdings überhaupt nicht als solche ins Auge stechen, weil sie sich sehr gut in die Umgebung einfügen- große Anlagen sucht man hier vergebens. Auch waren wir bei unserem letzten Besuch ja nur recht kurz hier, weil wir unbedingt weiter segeln wollten. Nun freuen wir uns darauf, die Insel weiter zu erkunden und ganz bestimmt werden wir uns auch wieder „eine Pizza unter Palmen“ gönnen :-)


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